Keine Frage: Wir leben in wirren Zeiten. Aber wie der deutsche Dichter Hölderlin schreibt: »Wo aber Gefahr ist, wächst / Das Rettende auch.« Dieses Rettende, das weiß der Christ, ist das Heilige. Und schöner noch: An Weihnachten kommt der Heilige zu uns, um uns zu retten. Und mit Ihm sind Maria und Josef. Diese Drei. Und damit sind wir im besten Schutz.

Seit Luthers Abstufung der Ehe zum »äußerlich, weltlich Ding« ist die Ehe und im Gefolge davon die Familie durch die Jahrhunderte hin massiven Angriffen ausgesetzt. Sämtliche Revolutionen der Neuzeit – dies hat der Historiker Roberto de Mattei schlüssig aufgezeigt – haben versucht, der traditionellen Familie den Garaus zu machen.

Heute, zu Beginn des 21. Jahrhunderts sind wir da angekommen, daß die Familie, die das Fundament jedes Gemeinwesens ist, als ein beliebiges Modell unter anderen abgehandelt wird, was der Demontage der Familie gleichkommt.

Das Heilmittel in dieser Verdunkelung der Fundamente ist nach wie vor, zur Quelle zu gehen, und das heißt, den göttlichen Ursprung der Familie, die Heilige Familie, zu betrachten.

In El Grecos Darstellung der Heiligen Familie ist diese von viel Dunkelheit umgeben, derart, daß die Konturen der Gewänder der Muttergottes und des heiligen Josef vom umgebenden Schwarz nahezu aufgesogen werden. Und dennoch ist die Szene keine dunkle, verfinsterte. Denn die Heilige Familie ist im Licht.

Jesus selbst, das Neugeborene, wird später von sich sagen: Ich bin das Licht der Welt. Dementsprechend geht das Licht von ihm aus. Er strahlt die Helle aus, ja, er liegt im Licht, im Glanz der strahlenden weißen Decke.

Maria hält dieses Licht, welches wie schwebend ist und uns entwaffnend hingehalten wird, und ist selbst erleuchtet: Ihr Antlitz und ihr rotes Kleid widerspiegeln die Helle. Und der heilige Josef seinerseits wendet sich liebevoll diesem unfaßbaren Hineinbrechen des Lichts von oben zu.

In einem Brief Sr. Lucias, einer der Seherinnen von Fatima, hat diese in den achtziger Jahren des vergangenen Jahrhunderts an Kardinal Caffara die folgenden Worte geschrieben: »Die letzte Schlacht zwischen dem Herrn und der Herrschaft Satans wird um die Ehe und die Familie geschlagen (…) Jeder, der sich für die Heiligkeit der Ehe und Familie einsetzt, wird in jeder Hinsicht bekämpft und abgelehnt werden, weil das die entscheidende Frage ist.«

Wir sind in dieser letzten Schlacht. Die Familie ist attackiert in bösester Weise. Und es kann bisweilen sein, daß in dieser Zeit der Krise und Finsternis die apodiktische Aussage des Prologs des Johannesevangeliums, die wir an Weihnachten vernehmen, aus dem Blick zu geraten droht: Und das Licht leuchtet in der Finsternis. Und doch gilt: Diese Zusage ist wahr. Immer.

Die Dunkelheit mag sich sehr mächtig gebärden. Sie mag selbst an unseren Gewändern sich festzumachen suchen. Und dennoch: Wenn wir im Schutz der Heiligen Familie verbleiben, dann sind wir im Licht – im Licht der Knotenlöserin, die als »Siegerin in allen Schlachten Gottes« (Pius XII.) auch Herrin der Dunkelheit ist, im Licht des stillen Arbeiters und Beschützers Josef und – naturgemäß – im Licht des Erlösers, dessen Licht nie verdunkelt.

In Fatima, und dies scheint uns das prophetische Zeichen für unsere Zeit zu sein, erschien bei der letzten Erscheinung am 13. Oktober 1917 die Heilige Familie am Firmament. Dies ist die definitive Antwort für uns und unsere Zeit: Vom Himmel selbst geschrieben, unmißverständlich, klar, leuchtend.

22. Dezember 2019
Manfred M. Müller, Priester, Wien

Grafik: https://en.wikipedia.org/wiki/Nativity_(El_Greco)#/media/File:GRECO_Natividad.jpg

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