Kürzlich ernannter Botschafter Joseph Baek-Man Lee im Interview mit „Cheminons avec Marie qui défait les noeuds“, 26.02.2019, Von Jan Bentz

„Die koreanische Halbinsel brennt mir immer auf der Seele“ – mit diesen Worten nahm Papst Franziskus ein wunderschönes Gemälde „Unserer Lieben Frau, Maria Knotenlöserin“ vom Botschafter Südkoreas, Herrn Joseph Baek-Man Lee in Empfang. „Ich werde immer für Sie beten, Heiliger Vater“, entgegnete Lee und übergab Franziskus sein Akkreditierungsschreiben.
„Cheminons avec Marie qui défait les nœuds“ hat mit Mr. Lee in seiner Residenz in Rom über das Treffen und das besondere Kunstwerk gesprochen.
Es handelt sich nämlich nicht um eine einfache Kopie des Originals: das Bild stellt eine koreanische Maria dar, gehüllt in koreanischer Robe, umgeben von Engeln mit koreanischen Gesichtszügen.
Papst Franziskus Hingabe zu „Maria Knotenlöserin“ geht auf seine Studienzeit in Deutschland zurück. Während er in den 80er Jahren in Augsburg studierte, entdeckte er das Originalbild in der Kirche St. Peter am Perlach. Seitdem bittet er um Trost und Inspiration zu dieser Abbildung Mariens.
„Bevor ich im Winter 2017 nach Rom kam, habe ich zahlreiche Bekannte gefragt, welche Art von Geschenk ich Papst Franziskus machen könnte. Viele sagten mir, der Papst möge das Bild der Jungfrau als Knotenlöserin“, erklärte Botschafter Lee dem Blog in seinem Interview.
Für Lee stellte das Bild das perfekte Thema dar: „Die Knoten auf dem Bild stellen Probleme dar. Und in dieser Zeit leidet die koreanische Halbinsel an vielen Problemen. Das erste Problem ist die Gefahr des Krieges zwischen den beiden Koreas. Daher dachte ich mir, es wäre eine gute Idee, dieses Bild Papst Franziskus zu übergeben, als Erinnerung, dass diese Probleme eine Lösung brauchen.“
Herr Joseph Baek-Man Lee studierte Wirtschaft in Seoul und spezialisierte sich im Feld der Massenkommunikation. Er arbeitete bei verschiedenen Zeitungen und wurde 2006 Sekretär für Public Relations für den Präsidenten. Nach seiner Konversion, die durch seine Frau bedingt war, wurde er katholischer Missionar am Katholischen Katecheten-Institut (2017). Seine Berufung nach Rom folgte kurz darauf, um die Beziehungen zwischen dem Vatikan und seinem Land weiter zu stärken.
In seiner koreanischen Form ist das Bild einzigartig: „Soweit ich weiß, ist es das erste Bild der Malerin Sun-Hwa in dem sie versuchte mit Vorlage eines Originals eine koreanische Kopie zu schaffen.“
Malerin Caterina Sun-Hwa Sim hat sich lange Zeit mit dem Malen religiöser Themen beschäftigt, immer in Anbedacht ihrer koreanischen Herkunft und mit besonderem Augenmerk auf die klassischen Elemente koreanischer Tradition.
In dieser Darstellung trägt Maria ein elegantes koreanisches Kleid und hat das sanfte und ruhige Gesicht einer liebenden Mutter. Caterina Sim hat sich bereits weit über die Landesgrenzen Ruhm verschafft, Kunstausstellungen wurden bereits im Vatikan und in Lourdes ausgerichtet. In Korea ist sie in den Erzdiözesen von Seoul und Suwon in Ausstellung, aber auch an 30 weiteren Orten überall im Land verstreut.
„Ein winziges Detail ist unten zu sehen“, bemerkte Botschafter Lee, „dort wo im Original unten im Bild ein Engel einen Mann leitet, ist hier ein winziger Papst Franziskus abgebildet, der als Hirte einen Gläubigen leitet.“
Papst Franziskus ist nicht der erste Papst, der durch ihre Kunst berührt wurde. Auch Papst em. Benedikt XVI. schenkte ein Gemälde von Sim an das Benediktinerkloster von Münsterschwarzach zum Anlass ihres 1200-jährigen Gründungsjubiläums. Durch die Benediktiner von Waegwan in Korea konnte die Malerin mit Papst Benedikt in Verbindung treten und den deutschen Benediktinern dieses Bild malen.
Als Papst Franziskus 2014 nach Korea reiste, wählte er das Bild „Maria mit Kind“ als Abbildung für die Erinnerungsmedaille seiner Apostolischen Reise – auch eine Arbeit von Caterina Sim.
Wie Botschafter Lee ist auch Sim der Überzeugung, dass die größte Herausforderung für Korea in diesem geschichtlichen Moment – für Katholiken und nicht-Katholiken gleichermaßen – die Teilung in ihrem Land ist: „Ich denke die Trennung von Nord- und Südkorea ist das dringlichste Problem. Ich habe diese Werke in der Hoffnung gemalt, dass es bald Frieden auf der koreanischen Halbinsel geben werde. 2014 als Papst Franziskus Korea besucht hat, wurde ihm ein Bild „Maria Königin des Friedens“ geschenkt, als ein Zeichen, dieses Problem anzugehen,“ erklärte Sim der italienischen Zeitung Quaderni di Galeazza.
Sim fügte hinzu: „Malen kommt der Entbindung eines Kindes gleich.“ Malen ist nicht nur eine Arbeit mit Farbe und Stift, sondern fordere viel Einfühlungsvermögen und Hingabe, eben wie die Geburt eines Kindes. Ihr Malstudio wird daher von ihr „Mutterschaftstrakt“ genannt. Als sie sich entschieden hatte, ein Bild für Lourdes zu malen, schloss sie sich sechs Monate in ihrem Atelier ein, um dieses fertig zu stellen.
Ihre Arbeit ist nicht nur Gebären mit Hingabe und besonderer Sorgfalt – auch Geburtswehen sind Teil von allem. 2016 erlitt sie eine Verletzung am Handgelenk. Für Sim sind die starken Schmerzen beim Malen eine Gelegenheit mit größerer Verinnerlichung die Schmerzen Jesu am Kreuz zu meditieren. In diesem erzählt das Leben der Malerin Caterina Sim selbst die Geschichte Mariens, als ihre eigene Geschichte, eine Geschichte des Trostes und der mütterlichen Hingabe.

Möge Maria Knotenlöserin in Korea die Knoten des Hasses und der ideologischen Trennung lösen und möge sie Frieden schenken, damit beide Teile des Landes vereint werden können, sodass das koreanische Volk in Frieden und Eintracht zusammen leben kann.

Jan Bentz

https://www.romereports.com/en/2018/02/16/new-ambassador-from-korea-deeply-honored-to-present-credentials-to-holy-father/

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