Der international anerkannte Maler und Bildhauer Franz Weiss (1921-2014) hatte schon immer den Wunsch Kirchen mit seinen Wandgemälden zu schmücken.

Ein Kindertraum verwirklichte sich, als ihm in den 80er Jahren der Auftrag gegeben wurde die Kapelle von Tregister in Voitsberg, Österreich, künstlerisch zu gestalten. Er malte ein erstaunliches Altarbild von Maria als Knotenlöserin, nämlich wie sie eine atomare Katastrophe überwindet.

Franz Weiss, der eine besondere Beziehung zu Maria hatte, arbeitete zwischen 1986 und 1992 an den Wänden und Decken der Tregisterkapelle in Voitsberg.

2003 erklärte er dass er seine heile Wiederkehr aus Russland und Griechenland während des 2. Weltkriegs der Muttergottes zuschrieb und ihr dafür zutiefst dankbar war. Er trug in einer kleinen Tasche seinen Rosenkranz mit einem Medaillon von Maria. Schon immer lag es ihm am Herzen die kleine Kapelle seines Dorfes Tregister neu zu dekorieren, was aber wegen ihrer Baufälligkeit lange nicht möglich war.

Die Kapelle wurde schließlich abgerissen, um während der 80er Jahre wieder aufgebaut und am 15. Oktober 1989 eingeweiht zu werden.
Die Innen- und Außenwände mit ihren schimmernden Farben und der Darstellung vieler Heiliger, des glorreichen Christus, der Krönung Mariens und Mariä Knotenlöserin, wie sie nukleare Katastrophen besiegt, geben einen Vorgeschmack des Himmels.

Das Altarbild ist eine persönliche Interpretation des Gemäldes von Maria Knotenlöserin. Franz Weiss hatte die Gelegenheit gehabt das Original in Augsburg in der alten Jesuitenkirche St. Peter am Perlach zu sehen.

Seine Wahl die Gottesmutter als Knotenlöserin darzustellen, soll sicherlich die Dankbarkeit des Malers für ihre Hilfe in seinem Leben ausdrücken.

In dieser modernen und etwas veränderten Version des Gemäldes, das wie ein Kirchenfenster gestaltet wurde, löst Maria jedoch einen ganz bestimmten Knoten, nämlich die nukleare Katastrophe von Tschernobyl.

Der verknotete Teil des Bandes ist geschwärzt, während der gelöste Teil sauber und weiß den Händen Mariens entgleitet.
Auf dem Boden hat der Künstler auf der geknoteten Seite das Atomkraftwerk von Tschernobyl platziert während auf der anderen Seite die zwei Türme von Voitsberg die vertrauensvollen Gebete der Gläubigen, die zu Maria aufsteigen, symbolisieren sollen.

Als am 26. April 1986 ein Reaktor des Atomkraftwerkes Tschernobyl explodierte, wurde sich die ganze Welt des verheerenden Potenzials der Atomenergie bewusst.

Die Botschaft der Kapelle ist immer noch aktuell, jetzt wo viele Atomreaktoren älter und weniger zuverlässig werden. Maria Knotenlöserin, wir bitten Dich, schütze uns vor atomaren Katastrophen in Europa und auf der ganzen Welt.

Valentine de Bony-Faure

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