Gott ist voller Überraschungen. Seine Pläne sind unseren allzu menschlichen Erwartungen entgegengesetzt, untergraben unsere Vorurteile und brechen die enge, konventionelle Welt auf, die wir immer neu um uns herum errichten. Denn wir sind allzu oft unbewusst verleitet durch eine Sicherheit gebende Bürgerlichkeit. Selbst der kultivierteste, gehobenste oder unkonventionellste Lebensstil schützt uns nicht davor. Denn in dem Moment, wo wir das Übernatürliche aus unserem Leben ausschließen, werden wir im tiefsten Sinne konventionell auch wenn wir in anderer Hinsicht versuchen den Trends nicht zu folgen.

Die Versuchung das Übernatürliche Auszuschließen
Die Gläubigen sind gegen diese Gefahr nicht immun – weder damals noch heute. Die Priester und Schriftgelehrten, die Christi Geburt hätten sehnlichst erwünschen und freudig begrüßen sollen, hielten es nicht für nötig die drei Könige zu begleiten, die von weither gereist waren, um den neuen König, dessen Ankunft durch die Konstellation der Sterne angekündigt worden war, zu ehren. Wie hätten die Priester und Schriftgelehrten auf ein in einem Stall geborenem Kind reagiert? Ihre mangelnde Bereitschaft nach Bethlehem zu reisen verheißt nichts Gutes.

Wir haben uns so an das Bild des Kindes in der Krippe gewöhnt, dass wir es nicht mehr in seiner schockierenden Radikalität wahrnehmen. Und doch, wie hätte Gott seine atemberaubende Demut für uns deutlicher machen können? Erst den Geringsten in der Gesellschaft, den Hirten, die als Gesindel galten, aus Engelsmund angekündigt, ist dieses Kind doch ein König, auch wenn sein Königtum unseren Erwartungen völlig wiederspricht. Herodes ist das Paradigma eines machtgierigen Pragmatikers, der in dem Jesuskind nur eine Gefahr für seine eigene Herrschaft sieht, eine Bedrohung, die er aus dem Weg schaffen muss. Dass dieser König der angekündigte Retter ist, der Erlöser, der noch viel mehr als ein weltlicher König von Israel sein wird, kann er, von Stolz geblendet, nicht erkennen. Die Tötung jedes männlichen Kindes bis zu zwei Jahren in Bethlehem ist in seinen Augen ein geringer Preis, um seine Macht zu bewahren.

Die Drei Könige
Während die jüdische Prominenz den göttlichen König nicht verehren will, bringen ihm die weisen Männer aus dem Orient königliche Geschenke. Das Gold symbolisiert seine göttliche Hoheit, der Weihrauch sein Priestertum und die Myrrhe seine prophetische Berufung und kündigt gleichzeitig schon seinen Tod an. Nicht nur, dass die drei Könige die Weisheit besitzen die Zeichen ihrer Zeit zu erkennen obwohl ihre eigene Kultur sie nicht wie die jüdische über Jahrhunderte auf dieses Ereignis vorbereitet hat; aber sie nehmen die Risiken einer langen und anstrengenden Reise auf sich ohne Gewissheit ihr Ziel zu erreichen. Und schließlich besitzen sie die Demut das Kind in dem Stall als ihren angekündigten König anzuerkennen und zu verehren. Viele große Künstler haben ihren demütigen und liebenden Blick, wie sie vor dem Kinde knien, für uns dargestellt.

Die Krippe und das Kreuz
Aber dieser berauschende Augenblick ist schon von dem Kreuz überschattet. Dies ist kein Zufall, da Christus sich erst ganz als König offenbart, als er am Kreuz als gewöhnlicher Verbrecher, mit Dornen gekrönt und verspottet wird. Wenn er von der Erde erhoben und sein Herz von der Lanze durchbohrt worden ist, dann kann er alle Menschen an sich ziehen (Jn 12:32). Jesu Herrschaft ist ein Königtum der Liebe. Nur diejenigen, deren Herz wie das eines Kindes ist, können das verstehen, während andere sich in ihrem Stolz, ihren Lastern und Gewohnheiten bedroht fühlen. Aber wenn wir diesem Kind erlauben die Wände unseres Stolzes und unsere Idole (wie Erfolg, Arbeit, Sexualität), die uns ein falsches Gefühl von Sicherheit geben, zu brechen, dann können auch wir so werden wie er und gerettet werden. Sonst werden wir verloren gehen und uns ewig an Dinge anklammern, die wir der Liebe vorgezogen haben.
Obwohl die drei Könige und die Hirten in den Augen der Welt diametral entgegengesetzt zu sein scheinen, sind sie in Wirklichkeit einander sehr ähnlich. Die Liebe hat sie angezogen und sie werden nicht enttäuscht werden. Denn diese Liebe gibt ihnen trotz, oder sogar durch das Leiden auf Erden, einen inneren Himmel, der ihre Herzen zum Klingen bringt.

Maria Knotenlöserin , wir bitten Dich die Knoten unseres Stolzes, unserer Blindheit und unserer Engstirnigkeit zu lösen, die die Türen unserer Herzen vor dem himmlischen König verschließen, der uns demütig bittet ihm Eintritt zu gewähren.
Marie Meaney

Source:https://upload.wikimedia.org/wikipedia/commons/2/2e/Paolo_Veronese_-_Adoration_of_the_Magi_-_WGA24827.jpg

englische Übersetzung

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